Presseartikel 10/08: Wunschkonzert fürs Fernsehen
«Wir sind zwar nicht fernseherprobt», sagt Erwin Broder von der einheimischen Midlife Dixieland Jazzband. Aber fürs Schweizer Fernsehen kann er mit seinen Musikerkollegen für die Sendung «Hopp de Bäse» jeden Wunsch erfüllen. Von Axel Zimmermann
Mels. – Am Samstag und Sonntag sendet das Schweizer Fernsehen mit «Hopp de Bäse! Extra» und dem Festumzug «Die Region stellt sich vor» zwei Mal direkt aus Mels. Der Umzug des 2. Schweizer Blasmusikfestivals zeigt am Sonntag um 14 Uhr die Volkskultur des Sarganserlands möglichst umfassend. Hingegen bei «Hopp de Bäse» am Samstag um 18.45 Uhr treten nur die Midlife Dixieland Jazzband sowie ein Quintett der Melser Musikgesellschaft Konkordia als Vertreter der Sarganserländer Musikszene auf. Beide Sendungen moderiert Kurt Zurfluh. Beim Umzug wird ihn heimatverbunden der Melser Musikpräsident Roland Kohler-Guntli unterstützen.
Das Gala-Dress ist angesagt
Die Bands und die Stücke ausgewählt hat das Schweizer Fernsehen. Aufgrund der CD der Midlife Dixieland Jazzband hat die Fernsehredaktion das Stück «Royal Garden Blues» gewünscht. Allerdings dauert dieses im Original drei Minuten und fünfzehn Sekunden – eingeplant sind aber höchstens drei Minuten. Deshalb hat die Sarganserländer Band ihr Vortragsstück um eine Solozugabe gekürzt. Auch wenn das Publikum auf dem Melser Dorfplatz voll mitmacht, die Midlife Dixieland Jazzband wird ihr Solo genau ein Mal vortragen.
«Das Kürzen gab Arbeit», erklärt Erwin Broder, Schlagzeuger und Organisator der Band. Ein halber Tag war dafür zusammen seinen Kollegen Beda Hidber, Beni Dürr, Charly Ott, Föns Oehy und Waedi Meier im Studio nötig. Dixieland und Jazz vom Feinsten ist gefragt. Für die 6 Musiker, die in wechselnder Kombination 16 Instrumente spielen und mehrstimmigen Gesang beherrschen, ist dies Routine. «Die Leute vom Fernsehen sind alle flott, sie telefonieren immer wieder und fragen, ob alles bereit ist», versichert Erwin Broder. Selbstverständlich präsentieren sich die Musiker fürs Fernsehen in ihrem Gala-Dress, in schwarzer Schale mit weisser Krawatte.
Überraschen wird die «Konkordia»
Fernsehgerecht auftreten wird aber auch das Melser Bläserquintett Brasszination. Die Gruppe aus der Melser Musikgesellschaft Konkordia mit Dirigent Christian Marti wird das Fernsehpublikum wie die Gäste auf dem Melser Dorfplatz ebenfalls positiv überraschen können.
Für das heimische Publikum ist die Blasmusik Konkordia Mels mit ihrem Stammkorps, der Jugendmusik, dem Jugendspiel und der Tambourengruppe zwar ein Begriff. Als Sieger in der Parademusik am Aargauer Kantonalmusikfest 2008 in Bremgarten ist die «Konkordia» überregional bekannt. Mit dem Bläserquintett Brasszination werden die Musikanten aber einen besonderen Akzent setzen können.
Der Dirigent spielt selbst mit
Das Brassquintett Brasszination gibt es gerade ein Jahr. Die «Konkordia» vertreten Jürg Steger (Trompete), Michael Rupp (Waldhorn) und René Kobler (Tuba). «Ich habe immer schon gerne selbst musiziert», sagt der Melser Dirigent Christian Marti, ein weiteres Mitglied des Quintetts. Als fünften Mann hat er seinen Kollegen Jürg Kaufmann verpflichtet. Weil alle Mitglieder beruflich und musikalisch gut ausgelastet sind, wird selbständig zu Hause geübt und nur selten gemeinsam geprobt.
Das Repertoire des Brassquintetts Brasszination ist vielseitig. Es reicht von Originalwerken über klassische Bearbeitungen und Popnummern bis hin zur Volksmusik. Diese wird aber eher etwas modernisiert. Für den Auftritt in der Fernsehsendung haben die Redaktoren eine volkstümliche Nummer ausgewählt, nämlich die Fuchsgraben-Polka. Das Quintett freut sich sehr auf den Fernsehauftritt am Samstag. «Ohne Ziel übt man nicht», sagt Christian Marti.
Live ist immer besser
«Am Festumzug am Sonntag spielen wir live», kündigt Erwin Broder an. Die Midlife Dixieland Jazzband vertritt an ihrem zweiten Auftritt auf einem Wagen den Dixie-Jazzclub Sargans-Werdenberg. «Einen Live-Auftritt schätzt das Publikum immer am meisten», weiss Broder aus langer Erfahrung. Abgemacht ist, dass die Band bei der Durchfahrt auf dem Dorfplatz ein «besonders gutes Stück» spielen wird. Ihr Repertoire umfasst genügend bekannte Ohrwürmer.
Überzeugt ist Erwin Broder, dass für genügend Publikum vor Ort gesorgt ist. «Wenn das Wetter tatsächlich wie prophezeit mitmacht, dann kommen die Leute an den Umzug», sagt er. Keine Frage ist für Broder, dass auch beim Umzug das Live-Erlebnis in Mels dem Fernsehen zu Hause diskussionslos vorzuziehen ist.
Die Propheten im eigenen Land
«Musik ist ein schöner Ausgleich», betont Erwin Broder. Und sogleich ergänzt er: «Uns freut es, bei etwas Regionalem im Sarganserland mitzuziehen.» Das 2. Schweizer Blasmusikfestival ist für die Midlife Dixieland Jazzband eine attraktive Plattform – auch wenn ein Auftritt in der Heimat zusätzlich seine heiklen Seiten hat.
Dass es der Prophet im eigenen Land nicht immer einfach hat, ist eine nach wie vor gültige Weisheit. Doch gerade im Sarganserland, und fürs Sarganserland, wollen es die Musikgesellschaft Konkordia Mels wie auch die Midlife Dixieland Jazzband besonders gut machen. Sie haben sich optimal vorbereitet.
Auch Fernsehleute stehen früh auf
Das Schweizer Fernsehen DRS wird mit drei Materiallastwagen, zwei Dutzend eigenen und einem Dutzend fremden Leuten sowie weiteren Helfern vom regionalen Zivilschutz im Einsatz stehen. Untergebracht ist das Fernsehteam im Swiss Heidi Hotel in Maienfeld. Besonders früh Tagwache wird dort am Sonntagmorgen sein: Fernsehtechniker müssen ihre Installationen zusammen mit den Zeltabbauern auf dem Melser Dorfplatz rechtzeitig behändigen und wegtragen. Schliesslich müssen bis am Sonntagmittag alle Zeltspuren verschwunden sein, damit der Umzug über den freien Platz rauschen kann. (az)

