Presseartikel 10/08: Ohne den Zivilschutz ginge nichts am Fest
Das Melser Dorfbild prägen Zivilschutzdienstleistende. Fürs Blasmusikfestival bauen sie Zelte und Telefonleitungen, und sie regeln den Verkehr. Heute Mittwoch entsteht das Festzelt auf dem Dorfplatz. Von Axel Zimmermann
Mels. – Das Zelt für 1800 Personen in der Festbündte steht. Der Boden ist verlegt, die WC’s sind aufgestellt, die Zugangsrampe von der Wangserstrasse her ist gesichert. 50 Kubikmeter Kies, 100 Kubikmeter Holzschnitzel sowie 300 Meter Gitterwände wurden verbaut. Die Arbeit macht die regionale Zivilschutzorganisation Pizol, unterstützt durch die Nachbardienste Tamina und Walensee, fachlich beraten durch örtliche Baufirmen.
Praktische Erfahrungen zählen
Unaufhörliche Hammerschläge, das Surren der Baumaschinen und ab und zu Motorsägenlärm fallen in der Festbündte auf. Die Arbeiten sind dem Plan voraus. «Ich muss eher bremsen», sagt Major Jörg Baumgartner, Kommandant und Leiter der regionalen Zivilschutzorganisation Pizol. «Alle sind an der Arbeit interessiert, da es für einen echten Anlass ist», lobt er. «Den Telefonleitungsbau konnten wir viele Jahre nicht mehr nutzen», erklärt Baumgartner. Inzwischen sind alle Festplätze, die Wettspiellokale, die Infostelle und die Samariterposten miteinander verkabelt.
«Der Zivilschutz arbeitet gut», sagt Toni John, Bauchef des 2. Schweizer Blasmusikfestivals. John, beruflich Bauführer bei «John & Sommer», sagt sogar: «Ohne den Zivilschutz könnte man diesen Anlass gar nicht durchführen.» Baumgartner entgegnet: «Ein solches Fest ist umgekehrt für uns das Beste, was uns passieren kann, um Leute und Kader zu schulen.» Er weiss von Zivilschutzdienstleistenden, die seit ihrer Ausbildung im Zentrum in Bütschwil vor etlichen Jahren nie mehr Erfahrungen sammeln konnten.
Zusätzliche Anfragen häufen sich
«Wenn ihr noch etwas braucht, dann telefoniert dem Baumgartner», ist mittlerweile im OK zu einem geflügelten Wort geworden. Per Telefon, Handy, E-Mail oder über sein Büro am Dorfplatz erreichen ihn die Anfragen. «Wenn es geht, helfen wir gerne», sagt Baumgartner, auf die sich häufenden «Notfälle» angesprochen. Noch hat er eine genügende Personalreserve, und er kann auf motivierte Zivilschutzdienstleistende zählen. «Unsere Leute sehen, dass sie etwas Sinnvolles machen. So arbeiten sie gerne, deshalb geht alles so rasch», erklärt der Zugchef Markus Kalberer. Er doppelt nach: «Wichtig ist, dass die Leute Arbeit haben, denn sonst sinkt die Motivation sofort.»
Möglich ist die fachmännische Arbeit des Zivilschutzes dank der fachlichen Unterstützung durch Baufirmen und die Werkgruppe Mels. Ideale Bindeglieder sind Peter Egli und Pascal Bonderer von der Firma Käppeli: Zwar haben sie dort Ferien eingezogen, doch als Aktivmitglieder der Melser Musikgesellschaft Konkordia bringen sie ihre Erfahrungen im Frondienst gerne ein.

