Presseartikel 10/08: Nach dem Zweiten ist Schluss
Die Hinführung des 2. Schweizer Blasmusikfestivals auf ein Dorffest mitten in Mels ohne viel Brimborium hat den Erfolg ermöglicht. Aber ein 3. Schweizer Blasmusikfestival wird es trotzdem nicht geben. Von Axel Zimmermann
Mels. – Valentin Bischof, Präsident des Schweizer Blasmusikverbands, rühmte das Blasmusikfestival als «Anlass, der in seiner Art ganz speziell ist». Tatsächlich wird Mels, nach Brunnen-Schwyz, der zweite und gleichzeitig schon letzte Durchführungsort sein. «Das Melser Fest wird unvergessen bleiben», sagte Bischof im Festzelt. Gegenüber dieser Zeitung sagte er noch deutlicher: «Ein 3. Schweizer Blasmusikfestival gibt es nicht.» Die Unterhaltungsmusik wird ins Eidgenössische Musikfest 2011 in St. Gallen integriert.
Stimmung war auf Anhieb perfekt
Für gute Stimmung bis tief in die Nacht sorgten die Popgruppen Black Sheep, Soul Jam sowie Alfred und das Echo vom Hangsack beim jungen Publikum. Aber auch die ältere Generation liess sich mitreissen. So meinte ein 50-jähriger Melser über das laute Programm in der Festbündte: «Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Lautstärke. Hauptsache, die Stimmung ist bombastisch. Es ist recht, wenn etwas läuft.»
Bereits am Freitagabend definitiv zu klein war das Zelt am volkstümlichen Anlass auf dem Melser Dorfplatz, der gleichzeitig im Sinne einer Bauernchilbi über die Bühne ging.
Der Festredner lobt die Musik
Gestern Sonntag eröffnete das Posaunenquartett T-Bone mit Markus Hobi in der Pfarrkirche Mels das Programm. Gleich nach dem Sonntagsgottesdienst lag es erneut an Hobi, diesmal als Dirigent der Musikgesellschaft Harmonie Flums, für die musikalische Umrahmung zu sorgen. Die Tambourengruppe verstand es, den Festsaal erneut wachzurütteln. Mit dem feierlichen Einmarsch der Fahnendelegationen aus der ganzen Schweiz kam im weiteren die gewünschte eidgenössische Stimmung zum Tragen. Gefördert wurde sie durch die deutsch und französisch gehaltene Moderation des Gästebetreuers Josef Ackermann, in Mels allseits «Geist» genannt.
Allen Helfern des 2. Schweizer Blasmusikfestivals dankte der Festredner Thomas Ammann, St. Galler Kantonsratspräsident. Mit dem Sarganserland und Mels sei der richtige Festort ausgewählt worden, sagte er. Im speziellen die musikalischen Anlässe seien wichtig für den Zusammenhalt der Schweiz und den Kontakt unter den Generationen. «Blasmusik hat Zukunft», schloss Ammann sein Grusswort. Begonnen hatte er es mit der Beteuerung: «Ich bin ein grosser Fan der Blasmusik.»
Weiter geht es in St. Gallen
Die Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann, Walenstadt, erhielt als Sarganserländerin den Auftrag, die Brücke von Mels zur Kantonshauptstadt St. Gallen auch für die Musik zu schlagen. «Ich schlage diese Brücke gerne», sagte sie spontan. Als Zeichen dafür erhielt sie ein Gonzenbild des Sarganser Künstlers Rolf Bräm.
Er hatte es am Festakt zusammen mit den Rednern kreiert. Das Melser OK des 2. Schweizer Blasmusikfestivals hofft damit, dass der friedlichfröhliche Geist ihres schönen Fests auch die Vorbereitungen für das Eidgenössische in St. Gallen inspiriert.
Gemeindepräsident liess sich einspannen
Die auswärtigen Musikanten haben die klare Organisation in Mels gelobt. Attraktiv waren die Anfahrt mit dem Reisecar bis zum Wettspiellokal und die kurzen Fussdistanzen zu den Festplätzen. Jede Musikgesellschaft hatte einen persönlichen Betreuer. Für die Bazenheider besorgte der frisch gewählte Melser Gemeindepräsident Guido Fischer diesen Service. (az)
Strassen waren nass wie nach Platzregen
Der Barometer zeigte am Wochenende des Blasmusikfestivals ein Hoch an, wie es die Schweiz in diesem Jahr noch kaum je erlebt hat. Etliche Festbesucher berichteten, dass ihre Barometeranzeige heuer noch nie so weit nach oben geklettert sei. Trotzdem waren die Strassen am Freitag klatschnass: Nach der Viehschau waren sie sofort gründlich gereinigt worden. (az)
Feuerwehr bildete die letzte Einsatzreserve
Flexible Helfende standen beim Fest im Einsatz. Bewährt haben sich als allgegenwärtige Heinzelmännchen des 2. Schweizer Blasmusikfestivals die Zivilschutzdienstleistenden unter dem Kommando von Jörg Baumgartner. Für kurzfristige Personalengpässe bei der Verkehrsregelung war zusätzlich die Hilfe der Feuerwehr Pizol, Kompanie Mels, notwendig. (az)
Ein Videofilm und eine Radiosendung folgen
Der vom Schweizer Fernsehen gedrehte Film über den Festumzug des 2. Schweizer Blasmusikfestivals in Mels kann gekauft werden: Vorbestellungen sind ab morgen möglich über die Internetadresse www.blasmusikfestival.ch. Zudem sendet am Mittwoch, 22. Oktober, Kurt Brogli auf der DRS-Musikwelle ab 18 Uhr Mittschnitte der Musikdarbietungen. (az)

